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KNOBLOCH, JOHANN: 1919–2010.

DOI https://doi.org/10.29091/KRATYLOS/2011/1/31

Stefan Zimmer


Johann Knobloch wurde am 5.1.1919 in Wien geboren. Da sein Vater, der Militärgograph Theodor K., als Major in die neue tschecho-slowakische Armee übernommen, schon 1920 verstarb, zog seine Mutter Elisabeth, geb. Schulte, mit dem kleinen Hans und seinen beiden älteren Schwestern zunächst nach Wiesbaden zu ihren Eltern, später, als die tschechische Pension in Deutschland nicht mehr ausgezahlt warden konnte, nach Znaim in Mähren. So wuchs Knobloch zweisprachig auf. Schon früh zeigte sich besonderes Interesse an fremden Sprachen. Neben den Schulunterricht traten private Studien sowie eine Balkanreise 1935 und ein Sprachkurs in Paris 1937. Nach dem Abitur 1938 begann Knobloch das Studium der Vergleichenden Sprachwissenschaft in Wien; 1940 wurde er zur Wehrmacht eingezogen. Bald darauf in Frankreich schwer verwundet (Beinamputation), konnte er sein breit angelegtes, sich über viele Philologien erstreckende Studium (Slavistik, Altorientalistik, Sprachpsychologie, Ägyptologie, Kaukasistik, Indologie, Semitistik, Albanologie) erst 1941 fortsetzen; 1942 ging er zu einem Studienaufenthalt bei Franz Specht nach Breslau. 1943 folgte der Studienabschluss (Dissertation 1943, Rigorosum 1944). Von seinen akademischen Lehrern, besonders von Wilhelm Havers, Friedrich Kainz, Robert Bleichsteiner und Erich Frauwallner, sprach Knobloch zeitlebens mit Wärme und Dankbarkeit. Von ihnen angeregt, sammelte er in Lagern für sowjetische Kriegsgefangene Material in vielen kaukasischen Sprachen.1 Er bekam auch Zugang zu einem ‚Sonderlager‘ fur ‚Zigeuner‘ und konnte so burgenländische Romani-Sprachproben sammeln, aus denen seine (erst 1953 gedruckte) Dissertation erwuchs.

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